Archiv für den Monat: April 2014

Linux-Treiber selbst programmieren – bis hin zu Embedded und Echtzeit

Linux bietet von Haus aus bereits eine Vielzahl von Treibern auf einer mittlerweile fast schon unüberschaubaren Anzahl an Plattformen – denn angefangen vom klassischen Desktop-PC oder Notebook, über Tablets und Smartphones, bis hin zu Spezialsystemen und Embedded Devices, unterstützt der Kernel so ziemlich jedes denkbare Anwendungsszenario. Doch nicht immer reichen reichen die mitgelieferten Treiber aus – sei es, weil der Anwendungszweck zu speziell, oder die Hardware aber zu exotisch ist.

Für Entwickler, die in die Tiefen der Kernelprogrammierung einsteigen wollen, haben wir vom Linuxhotel mit Andreas Klinger einen erfahrenen Experten ins Boot holen können. Andreas ist Elektroingenieur und Softwareentwickler mit einem Schwerpunkt auf Embedded-Systeme, der neben seiner Tätigkeit als Berater und Entwickler sein Wissen beispielsweise in Fachartikeln und Kongressen weitergibt. So schreibt er unter anderem für die Elektronikpraxis, hält Vorträge auf dem ESE-Kongress und hat im letzten Jahr den Embedded-Track am LinuxTag in Berlin moderiert.

Im Linuxhotel bietet Andreas dieses Jahr wieder mehrere aufeinander aufbauende Kurse an, die sich intensiv mit den Themen Embedded, Treiber und Echtzeit-Systeme beschäftigen.

Für Einsteiger in die Embedded-Thematik findet Anfang Mai ein viertägiger Kurs statt, der neben dem theoretischen Teil zu Aufbau und den Komponenten im Praxisteil auch einen detaillierten Einblick in mögliche Dateisysteme, den Bootloader, das Erstellen eines angepassten Kernels und natürlich insbesondere in die Embedded-Programmierung selbst gibt. Abgerundet wird das Ganze durch Hinweise zum Debuggen und Multithreading. Die Tools und Beispiele für das im Kurs genutzte ARM-Board, die natürlich ausschließlich auf freier Software basieren, lassen sich dabei auf beliebige andere Systeme und Architekturen übertragen.

Darauf aufbauend bietet Andreas Ende Juni eine dreitägige Schulung an, die sich gezielt mit der Entwicklung von Kerneltreibern beschäftigt. Ziel des Kurses ist dabei nicht nur die theoretische Vermittlung von Grundlagen – denn Teilnehmer, die idealerweise  Vorkenntnisse in der Programmierung von Linux in C mitbringen (siehe Kurs „Linux für Entwickler“ als Vorbereitung), sind am Schluss vielmehr selbst in der Lage, eigene Treiber für den Linux-Kernel zu schreiben. Zu diesem Zweck gibt es neben einem Einblick in die Kernel-Architektur und deren Mechanismen auch Informationen zu den verschiedenen Device-Typen, Scheduling-Klassen und der Speicherverwaltung. Als Entwicklungssystem dient ein reguläres Notebook auf welchem für das Embedded-System crossentwickelt wird.

Teilnehmer, die sich mit Echtzeit-Programmierung befassen, können diesen Kurs auch mit dem Echtzeit-Kurs zu einem fünftägigen Workshop Mitte Oktober kombinieren – die ersten Hälfte steht dabei ganz im Zeichen der Treiberprogrammierung, während der zweite Teil sich intensiv der Thematik Echtzeit-Linux anhand des RT-Preemption-Patch widmet. Als Entwicklungssystem dient auch hier ein reguläres Notebook auf welchem für das Embedded-System crossentwickelt wird.

Alternativ gibt’s auch die Möglichkeit, im Frühjahr mit den beiden Kursen die Grundlagen zu legen, und dann mit der gesammelten Erfahrung an drei Tagen im Oktober dediziert den Echtzeit-Linux-Kurs als Aufbaukurs zu belegen.

In allen Kursen sind noch Plätze frei!

Euer Ticket zum besseren Service Management: Die OTRS-Kurse im Linuxhotel

OTRS ist aus der heutigen IT-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Das Open Ticket Request System, so die Langform, kommt bei Helpdesks und Hotlines aller Branchen zum Einsatz – vom Webhoster übers Reisebüro bis hin zu Behörden und öffentlichen Einrichtungen. Neben der Möglichkeit, eingehende Tickets zu verwalten, diese anhand von Agents und Queues zu kategorisieren und zu priorisieren, bietet OTRS zudem eine integrierte Wissensdatenbank und unterstützt das Abbilden von Service Level Agreements, um vordefinierte Antwortzeiten einzuhalten. Eine integrierte Reporting-Funktionalität und eine optionale ITSM-Komponente runden das Paket ab, das bei über 100.000 Unternehmen zum Einsatz kommt, darunter Größen wie Lufthansa, MAN, Siemens oder dem Bundesministerium des Inneren.

Mit den im letzten Jahr veröffentlichten Versionen 3.2 und 3.3, die unter anderem ein erweitertes Prozessmanagement mit sich bringen, hat OTRS nochmal an Funktionalität gewonnen, die durch zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten und eine Plugin-Schnittstelle bis ins kleinste Detail an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden können.

Grund genug für uns, um in diesem Frühjahr mit einer Reihe von OTRS-Kursen in die neue Schulungssaison zu starten, für die wir wie schon in den letzten Jahren Martin Edenhofer gewinnen konnten. Martin ist der Erfinder und einer der Hauptentwickler von OTRS, der das Programm so gut kennt wie kein anderer, und bereits seit gut zehn Jahren die Linuxhotel-Besucher in dessen Geheimnisse einweiht.

Die von ihm angebotenen Kurse richten sich dabei an verschiedene Zielgruppen und ergänzen sich gegenseitig:

Bereits Mitte Mai findet eine dreitägige Administratoren-Schulung statt, die sich an all diejenigen wendet, die OTRS im Unternehmen installieren, konfigurieren, (ab)sichern und betreuen. Dabei bleibt das Lernen nicht auf die bloße Theorie beschränkt, denn wie bei allen Schulungen im Linuxhotel üblich, kommt die Praxis nicht zu kurz – im Verlauf des Kurses installieren die Teilnehmer eine komplette OTRS-Umgebung und passen die Konfiguration an die eigenen Bedürfnisse an, samt Verteilung der Benutzerrechte, dem Anlegen von Queues und Agenten, dem Einrichten automatischer Antworten und Textbausteinen sowie der Anbindung an das hausinterne Mailsystem und den LDAP-Server. Auch die Vorstellung wichtiger Kommandozeilen-Skripts und ein Best Practice im Umgang mit Updates sind Bestandteile des Kurses.

Wer noch tiefer ins System einsteigen will, dem bietet Martin als Ergänzung mit der im letzten Jahr eingeführten OTRS-Master-Schulung noch tiefergehende Details zum Berechtigungskonzept, der Konfiguration, dem Reporting und der Anbindung von Fremdsystemen zur Authentifizierung samt Single-Sign-On – aber auch der Anpassung des Frontends an die eigenen Vorstellungen wird ausreichend Zeit gewidmet. Abgerundet wird das Ganze durch Tipps zur Performance-Verbesserung und der Absicherung, direkt vom Experten. Der Kurs findet an drei Tagen Mitte Juni statt und eignet sich ideal als Aufbaulehrgang zur Admin-Schulung.

OTRS-Anwender, denen die von Haus aus schon sehr umfangreichen Funktionalität nicht genügt, und die grundlegende Perl-Kenntnisse mitbringen, bekommen in der ebenfalls Mitte Juni stattfindenden, dreitägigen Entwickler-Schulung die Gelegenheit zu lernen, wie sie die Funktionalität von OTRS durch eigene Plugins und Erweiterungen ergänzen können, und welche Voraussetzungen dafür in Frontend, Backend sowie der Datenbank berücksichtigt werden müssen. Neben einem Einblick in die Philosophie und Architektur des Programms wird das Gelernte durch Übungen und konkrete Beispiele aus der Praxis vertieft, wobei auch die Anbindung an externe Systeme und das abschließende Erstellen eines fertigen OTRS-Pakets nicht zu kurz kommt.

Power-Usern von OTRS, die zwar nicht direkt mit dem Betrieb betraut sind, aber als Multiplikatoren im Unternehmen agieren, bieten zudem einen kompakten, eintägigen Key-User-Kurs Ende Juni an, in dem die wichtigsten Funktionen und Merkmale des Systems individuell abgestimmt auf die Kursteilnehmer vorgestellt werden.

Wie bei allen Kursen im Linuxhotel üblich, steht auch hier die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. Als Vater von OTRS kennt Martin Edenhofer das Programm und die dahinter stehende Philosophie bis ins letzte Detail, und geht daher in seinen Kursen auch auf ungewöhnliche und komplexere Sachverhalte gemeinsam mit den Teilnehmern ein.

In allen Kursen sind noch Plätze frei.