Archiv der Kategorie: Kurse

Neue Kurse: Go und Boost

Revolution oder Evolution?

Viele systemnahe Anwendungen und Netzwerkdienste werden seit mehr als 3 Jahrzehnten in c++ geschrieben. Ein Innovationstreiber sind hier die Boost-Bibliotheken, zu denen wir jetzt einen Kurs anbieten.

Wer es sich erlauben kann, auf eine völlig neue Programmiersprache umzusteigen, dem sei Go empfohlen: auch dazu bieten wir jetzt einen Kurs an. So geschehen bei Docker: wer bei Docker tiefer einsteigen möchte kommt an der Programmiersprache Go nicht vorbei.

Euer Ticket zum besseren Service Management: Die OTRS-Kurse im Linuxhotel

OTRS ist aus der heutigen IT-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Das Open Ticket Request System, so die Langform, kommt bei Helpdesks und Hotlines aller Branchen zum Einsatz – vom Webhoster übers Reisebüro bis hin zu Behörden und öffentlichen Einrichtungen. Neben der Möglichkeit, eingehende Tickets zu verwalten, diese anhand von Agents und Queues zu kategorisieren und zu priorisieren, bietet OTRS zudem eine integrierte Wissensdatenbank und unterstützt das Abbilden von Service Level Agreements, um vordefinierte Antwortzeiten einzuhalten. Eine integrierte Reporting-Funktionalität und eine optionale ITSM-Komponente runden das Paket ab, das bei über 100.000 Unternehmen zum Einsatz kommt, darunter Größen wie Lufthansa, MAN, Siemens oder dem Bundesministerium des Inneren.

Mit den im letzten Jahr veröffentlichten Versionen 3.2 und 3.3, die unter anderem ein erweitertes Prozessmanagement mit sich bringen, hat OTRS nochmal an Funktionalität gewonnen, die durch zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten und eine Plugin-Schnittstelle bis ins kleinste Detail an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden können.

Grund genug für uns, um in diesem Frühjahr mit einer Reihe von OTRS-Kursen in die neue Schulungssaison zu starten, für die wir wie schon in den letzten Jahren Martin Edenhofer gewinnen konnten. Martin ist der Erfinder und einer der Hauptentwickler von OTRS, der das Programm so gut kennt wie kein anderer, und bereits seit gut zehn Jahren die Linuxhotel-Besucher in dessen Geheimnisse einweiht.

Die von ihm angebotenen Kurse richten sich dabei an verschiedene Zielgruppen und ergänzen sich gegenseitig:

Bereits Mitte Mai findet eine dreitägige Administratoren-Schulung statt, die sich an all diejenigen wendet, die OTRS im Unternehmen installieren, konfigurieren, (ab)sichern und betreuen. Dabei bleibt das Lernen nicht auf die bloße Theorie beschränkt, denn wie bei allen Schulungen im Linuxhotel üblich, kommt die Praxis nicht zu kurz – im Verlauf des Kurses installieren die Teilnehmer eine komplette OTRS-Umgebung und passen die Konfiguration an die eigenen Bedürfnisse an, samt Verteilung der Benutzerrechte, dem Anlegen von Queues und Agenten, dem Einrichten automatischer Antworten und Textbausteinen sowie der Anbindung an das hausinterne Mailsystem und den LDAP-Server. Auch die Vorstellung wichtiger Kommandozeilen-Skripts und ein Best Practice im Umgang mit Updates sind Bestandteile des Kurses.

Wer noch tiefer ins System einsteigen will, dem bietet Martin als Ergänzung mit der im letzten Jahr eingeführten OTRS-Master-Schulung noch tiefergehende Details zum Berechtigungskonzept, der Konfiguration, dem Reporting und der Anbindung von Fremdsystemen zur Authentifizierung samt Single-Sign-On – aber auch der Anpassung des Frontends an die eigenen Vorstellungen wird ausreichend Zeit gewidmet. Abgerundet wird das Ganze durch Tipps zur Performance-Verbesserung und der Absicherung, direkt vom Experten. Der Kurs findet an drei Tagen Mitte Juni statt und eignet sich ideal als Aufbaulehrgang zur Admin-Schulung.

OTRS-Anwender, denen die von Haus aus schon sehr umfangreichen Funktionalität nicht genügt, und die grundlegende Perl-Kenntnisse mitbringen, bekommen in der ebenfalls Mitte Juni stattfindenden, dreitägigen Entwickler-Schulung die Gelegenheit zu lernen, wie sie die Funktionalität von OTRS durch eigene Plugins und Erweiterungen ergänzen können, und welche Voraussetzungen dafür in Frontend, Backend sowie der Datenbank berücksichtigt werden müssen. Neben einem Einblick in die Philosophie und Architektur des Programms wird das Gelernte durch Übungen und konkrete Beispiele aus der Praxis vertieft, wobei auch die Anbindung an externe Systeme und das abschließende Erstellen eines fertigen OTRS-Pakets nicht zu kurz kommt.

Power-Usern von OTRS, die zwar nicht direkt mit dem Betrieb betraut sind, aber als Multiplikatoren im Unternehmen agieren, bieten zudem einen kompakten, eintägigen Key-User-Kurs Ende Juni an, in dem die wichtigsten Funktionen und Merkmale des Systems individuell abgestimmt auf die Kursteilnehmer vorgestellt werden.

Wie bei allen Kursen im Linuxhotel üblich, steht auch hier die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. Als Vater von OTRS kennt Martin Edenhofer das Programm und die dahinter stehende Philosophie bis ins letzte Detail, und geht daher in seinen Kursen auch auf ungewöhnliche und komplexere Sachverhalte gemeinsam mit den Teilnehmern ein.

In allen Kursen sind noch Plätze frei.

Interview mit Patrick Ben Koetter zum Postfix-Kurs

Künftig wollen wir euch hier im Blog auch unsere Kurse und Referenten vorstellen. Den Anfang macht dabei Patrick Ben Koetter, der in der nächsten Zeit sowohl eine Schulung zum Postfix-Mailserver (Termine Ende März und Anfang Oktober), als auch zum Mailfilter amavisd-new (Termine Anfang Mai und Ende Oktober) bei uns abhält.

Patrick ist seit vielen Jahren im Postfix-Umfeld aktiv. Seine Firma sys4 berät Banken, Versicherungen, Finanzdienstleister sowie Landes- und Bundesbehörden. Als Autor des Buchs über Postfix, das sich weltweit zum Beststeller entwickelt hat, hat er sich einen Ruf als einer der führenden Experten erarbeitet. Zudem engagiert er sich ehrenamtlich in namhaften Projekten: Bei Postfix ist er allgegenwärtig auf den Mailinglisten, um Nutzern unter die Arme zu greifen, und trägt mit Dokumentation und der Konzeption neuer Features zur Weiterentwicklung bei. Mittlerweile betreibt er gemeinsam mit Co-Autor Ralf Hildebrandt sogar die offizielle deutsche Postfix-Website.

Auch beim Dovecot IMAP-Server, beim Mailfilter amavisd-new, als Postmaster von python.org, als Mitentwickler des Mailman-Listenmanagers sowie der Web-GUI Modoboa ist er aktiv, und seine Firma sponsert auch schon ‚mal die Entwicklung eines Features. Selbst vor komplizierten Themen schreckt er nicht zurück – als Mitautor des RFC zu IMAP Special Use, das die Verwaltung von Funktionsordnern vereinfacht, sowie als Mitglied der IETF Working Group zum Thema Outbound Abuse steckt er tief in der Materie drin.

Diese Erfahrung möchte Patrick, der sich im Studium mit amerikanischer Kulturgeschichte auseinandergesetzt hat und sich selbst als IT-Autodidakt bezeichnet, auch an andere weitergeben:

„Wichtig ist mir, dass in meinen Schulungen nicht einfach nur stupide Fallbeispiele abgearbeitet werden, sondern die Teilnehmer Hilfe zur Selbsthilfe bekommen. Durch zahlreiche Praxisübungen im Kurs, aus deren Fehlern wir gemeinsam lernen, möchte ich die Teilnehmer hin zur Entscheidungsfähigkeit auch bei komplexen Alltagssituationen führen – kurzum, ich will sie mündig machen, eigene, fundierte Entscheidungen zu treffen“, sagt er.

Anhand von Postfix‘ zwei Hauptaufgaben, dem Routen und dem Filtern von Nachrichten, erörtert Patrick im fünf Tage dauernden Kurs, wie der Mailserver intern funktioniert.

„Wichtig ist mir dabei, dass die Teilnehmer anschließend in der Lage sind, auch komplexe Sachverhalte selbst zu debuggen – das Handwerkszeug dazu vermittelt ihnen der Kurs, den ich dazu in diesem Jahr extra neu konzipiert und umgestaltet habe. Das Kredo dabei: Mehr Kurs, weniger Philosophie.“

Dabei richtet sich der Postfix-Kurs sowohl an Einsteiger als auch an Fortgeschrittene, während der amavisd-new-Kurs auf dem Gelernten aufbaut. In beiden Kursen sind noch Plätze frei!

Neue Themen: systemd und LXC

Ich habe eine Zeit lang gerne OpenVZ zur Virtualisierung genutzt. Der OpenVZ-Patch hat es aber nie in den offiziellen Kernel geschafft, da die Änderungen den Entwicklern auf der einen Seite zu spezifisch sind, und auf der anderen Seite in Konflikt mit bestehenden Kernel-Features stehen. So ist mir hier wieder passiert, was ich schon ein paar Mal mit Out-of-Tree-Erweiterungen des Kernels erlebt habe: Eine neue Version der Distribution unterstützt die Erweiterung plötzlich nicht mehr.

Um so mehr freue ich mich über LXC, die offizielle Container-Lösung für den Linux Kernel. Eigentlich saß ich mit Erkan Yanar auf der Open-Rhein-Ruhr zusammen, um mit ihm über eine Schulung dazu zu sprechen. Dabei wurde klar, dass man LXC nur verstehen kann, wenn man sich auch mit Kernel Namespaces, Capabilities und Cgroups auskennt. Alles Themen, die für Linux-Sysadmins eh auf der Tagesordnung stehen – spätestens mit dem Umstieg auf systemd, der bei SuSE und RedHat bereits fest geplant ist, und auch bei Debian aktuell diskutiert wird.

Daher haben wir diese Themen zu einem weiteren, neuen Kurs zusammengestellt, den ich Linux Admin Update genannt habe. Ich bin mir nur mit dem Namen nicht sicher. Vielleicht wäre „systemd“ der bessere Titel, denn dass ist wohl das Teilthema, dass am bekanntesten ist und dass wie LXC die anderen Teilthemen voraussetzt. Was denkt ihr?

Neue Themen: Django und Mercurial

Ruby on Rails oder Python mit Django – das war die Frage die sich einige LinuxTag Mitglieder und ich im Sommer bei einem Workshop hier im Linuxhotel gestellt haben. Unser bestehendes LinuxTag Konferenztool ist doch schon etwas betagt, und wir wollten gerne eine Lösung mit einem moderneren Unterbau haben. Um die Frage zu beantworten, haben wir einen Shootout-Workshop gemacht und jeweils einen Tag lang begonnen unser altes Tool nach zubauen. Dabei habe ich Django kennen und vor allem seine Modularität schätzen gelernt.

Ruby on Rails Schlungen haben wir schon länger im Angebot. Nun konnte ich mit Johannes Spielmann einen erfahrenen Entwickler für unsere neue Django Schulung gewinnen.

Gleichzeitig haben wir noch Johannes Lieblingsversionskontrollsystem Mercurial SCM ins Programm genommen. Ich bin gespannt, wie es sich gegen unsere git und subversion Kurse schlägt 😉