Upstream Fund

Das Problem

Im Zuge der Diskussion um den Heartbleed-Bug wurde erneut deutlich, dass es einige Open-Source Softwareprojekte gibt, die chronisch unterfinanziert sind. Für OpenSSL scheinen sich Lösungen zu finden. Und die Linux-Foundation geht mit der Core Infrastructure Initiative auch in die richtige Richtung. Aber mir fehlt weiterhin eine transparente Anlaufstelle, bei der Spendenwillige vertrauensvoll Geld für Open-Source-Projekte loswerden können.

Die Idee

Niemand weiß besser welche Open-Source Projekte wichtig sind, als die Maintainer der Softwarepakete in den Distributionen. Die Paketmaintainer erbringen die mühselige Arbeit, die im Internet verfügbare, unübersichtlich große Menge freien Softwarecodes in für Benutzer nützliche Bausteine zu verpacken. Die Idee des Upstream-Funds ist es, dieses Wissen zu nutzen, um Geld an die Upstream Projekte hinter den Paketen zu verteilen.

Die Rolle des Linuxhotels

Mit dieser Seite möchte ich zu erstem Feedback zu dieser Idee anregen. Bitte kommentiere diese Seite oder schreib mir eine Mail, wenn Du einen Verbesserungsvorschlag hast. Mit Hilfe dieses Feedbacks will ich diese Seite weiterentwickeln, bis mir die Idee rund erscheint.

Das Projekt wird, sobald es gestartet ist, nicht vom Linuxhotel oder mir (Ingo Wichmann) abhängig sein.

Das Verfahren

Upstream-Projekte und -Entwickler können beim Upstream-Komitee einen Antrag stellen, gefördert zu werden. In einem solchen Antrag dokumentieren sie, warum und wie sie gefördert werden wollen. Ein Mal im Jahr (oder Halbjahr?) legt das Komitee den Maintainern der beteiligten Distributionen diese Anträge zur Abstimmung vor. Jede Distribution erstellt in einem effizienten, liquid-demokratischen Prozess daraus Empfehlungen an das Komitee, wie das vorhandene Geld an die Upstream-Projekte verteilt werden soll.

Wer darf Anträge stellen?

Anträge beim Upstream-Komitee stellen darf jeder Entwickler und jedes Software-Projekt, dessen Software in einer Linuxdistribution Verwendung findet.

Wer darf im Namen der Paketmaintainer mitentscheiden?

Jede Mailadresse, die in einem Paket als Maintainer genannt wird, dass von einer beteiligten Distributionen signiert wurde.

Was macht das Komitee?

Das Komitee wählt die beteiligten BSDs und Linux-Distributionen aus. Es legt die Details des Verfahrens fest. Es entscheidet am Ende anhand der Vorschläge der Distributionen in öffentlicher Sitzung über die Vergabe der Mittel.

Die Organisation

Als tragende Organisation bietet sich der LinuxTag e.V. an. Die Satzung des LinuxTag e.V. ist seit seiner Gründung 1999 robust dafür ausgelegt, nur Förderern von Open-Source Software Stimmberechtigung zu geben. Die Mitgliederversammlung hat Jahr für Jahr darüber entschieden, welche neuen Mitglieder Stimmberechtigung bekommen. Wichtigste Grundlage dafür war die vorherige aktive Mitarbeit im Verein. Dadurch hat der LinuxTag e.V. im Laufe der Jahre eine für diese verantwortungsvolle Aufgabe geeignete Mitgliedschaft selektiert.

Die Mitglieder des Upstream-Komitees werden vom LinuxTag e.V. bestimmt.

Mittel, die an den Fonds fliessen, dürfen nur für die zu fördernden Open-Source Projekte vergeben werden. Der LinuxTag e.V. und das Upstream-Komitee darf nicht aus diesen Mitteln finanziert werden.

Todo

  • Wie integriert man die BSDs hier?
  • Für ein solches Projekt müssen wir Sponsoren gewinnen. Wer kümmert sich darum, und wie wird dieses Kümmern refinanziert?
  • Nach welchen Kriterien sollen Distributionen eingebunden werden?