Open Source

Auch wenn Sie sich mit Programmierung noch nicht auskennen: Wir wetten, Sie haben schon Open-Source-Software genutzt – bewusst oder unbewusst.

Sagen Ihnen WordPress, Firefox und Android etwas?

Dann können Sie erahnen, was durch Open-Source möglich ist.

Lassen Sie uns ein paar Namen nennen

Open-Source ist in der Unternehmenswelt weiter verbreitet als vielen bekannt ist. Die erfolgreichsten Produkte der vergangenen 20 Jahre nutzen Open-Source-Software.

Doch besser als lange Erklärungen funktionieren Namen. Von den folgenden Unternehmen haben Sie sicher auch schon mal gehört. Sie alle haben gemeinsam, dass sie Open Source einsetzen:

Was bedeutet Open Source?

Die folgenden Eigenschaften machen Open-Source-Software transparent und günstiger als proprietäre Alternativen – also Software, welche die Nutzungsrechte stark einschränkt und in der Regel über Abomodelle verkauft wird -, gleichzeitig aber auch flexibler und beständiger.

  1. Der Quellcode ist frei einsehbar und auditierbar. Die Software darf nicht nur benutzt, sondern auch für eigenen Zwecke verändert werden.
  2. Dadurch können Sie sich selbst helfen oder von Dritten helfen lassen, sollte sich beispielsweise das Geschäftsinteresse des Herstellers ändern.
  3. Es entfällt also die Bindung an einen Anbieter.

Open Source: Auch attraktiv für Unternehmen

Laut einer Studie des Branchenverbandes Bitkom setzen 69 % der Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeiter:innen bereits Open Source ein. Bei mehr als 2.000 Mitarbeiter:innen sind es sogar 86 % der Unternehmen.

Auch sie haben die Vorteile erkannt, die wir bereits erwähnt haben: Durch die dezentrale Pflege, ist Open-Source-Software herstellerunabhängig und zeitlich unbegrenzt verfügbar.

Es besteht also nicht die Gefahr, dass der Support irgendwann eingestellt wird.

Zudem kann sie an unternehmensinterne Anforderungen und Prozesse angepasst werden. Gleichzeitig hilft die Community dabei, Bugs und Sicherheitslücken schneller ausfindig zu machen und zu beheben.

Ist Open-Source-Software sicher?

Man könnte meinen, dass Open-Source-Software ein Risiko für Unternehmen oder Behörden darstellt, da ihr Quellcode offen liegt. Lädt das nicht immerhin förmlich dazu ein, gehackt zu werden?

Tatsächlich ist Open-Source-Software in der Praxis oft sicherer als proprietäre Software – grade weil der Quellcode offen liegt. Das macht ihn für viele Menschen einsehbar und dadurch auditierbar.

Lizenz- und Kostenmodelle

Betriebswirtschaftlich werden der Kauf von Lizenzen, die Anschaffung von Software oder käuflich erworbenes Wissen als immaterielle Investitionen betrachtet – viele Unternehmen haben heutzutage immer noch diese in unseren Augen veraltete Sicht auf Lizenzkosten.

Wir sehen in Softwarelizenzen nicht so sehr Investitionen, sondern laufende Kosten. Denn Sicherheitslücken und Änderungen an Schnittstellen machen Updates notwendig, ohne die die Software nicht mehr eingesetzt werden kann.

Ohne Update ist die alte Software nichts mehr wert.

Stattdessen sollten Sie lieber den gesamten Lebenszyklus betrachten: Pflegen Sie Ihre Softwareanschaffung und passen Sie sie Ihren individuellen Bedürfnissen an, ist sie langfristig betrachtet günstiger als proprietäre Software.

Bauen Sie Ihre IT lieber von Beginn an widerstandsfähig und flexibel auf. Investieren Sie in Ihr Open-Source-Wissen.

Geschichte

Zu Beginn stand der Begriff „Free Software“. Er wurde durch die sogenannte Freie-Software-Bewegung geprägt. Ihre Grundsätze waren es, den Quellcode offenzulegen und diesen für jede:n Nutzer:in benutz- und veränderbar zu machen.

Damit wollte die Bewegung dem Modell entgegenstehen, dass der Quellcode verborgen bleibt und Nutzer:innen die Software nur für eingeschränkte Zwecke nutzen können.

Was damit nicht einhergehen sollte: Das Freie Software automatisch kostenlos ist. Es ist durchaus erlaubt beispielsweise Wartungsverträge oder Support-Dienstleistungen anzubieten. Die Freiheit wurde vielmehr durch zwei wichtige Punkte definiert:

  1. Der Quellcode ist frei verfügbar und anpassbar, wodurch es keine einschränkenden Nutzungsrechte oder -verträge gibt.
  2. Nutzer:innen erhalten die Kontrolle über ihre Daten, was eine freie Entscheidung über die eigene Privatsphäre bzw. Datennutzung mit sich bringt.

Der Begriff wird allerdings oft missverstanden als: Frei heißt kostenlos.

Die Freie-Software-Bewegung rief deshalb den Slogan „Frei wie in Freiheit, nicht wie in Freibier“ ins Leben.

Ende der 90er Jahre – genau genommen 1998 – etablierte sich erstmals der Begriff Open-Source-Software. Er war von Christine Peterson, Mitgründerin des gemeinnützigen Foresight Institutes, ins Spiel gebracht worden.

Durch die neue Bezeichnung sollte auch Anfänger:innen und Laien sofort deutlicher werden, dass es vor allem um die Offenlegung und Verfügbarkeit des Quellcodes sowie die Unabhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern, geht, die die Nutzungsrechte ihrer Programme stark einschränken.

Petersons Idee: Den Menschen durch die Bezeichnung zeigen, dass eine Software besser ist, wenn sie nicht nur von einem Unternehmen oder einer Person betreut wird, sondern durch die Community lebt und sich weiterentwickelt – auch wenn die ursprünglichen Beteiligten nicht mehr an Bord sind.

Mit der Gründung der Open Source Initiative (OSI), welche eine aus zehn Kriterien bestehende Open-Source-Definition (OSD) erarbeitet hat, etablierte sich der Begriff ab 1998.

Seitdem hat sich Open-Source-Software auch in der Unternehmenskultur zu einem weit verbreiteten Standard entwickelt.

Open Source – nicht nur bei Software

Mit seinem Ursprung in der Freien-Software-Bewegung hat sich das Konzept der freien Verfügbarkeit inzwischen auch auf andere Bereiche übertragen.

Beispielsweise auf die Nutzung von Daten oder die Verwendung von Inhalten.

Open Content

So wurde das Konzept auf Inhalte übertragen und das sogenannte „Free Content“-Modell entwickelt. In diesem Fall stellen die Urheber:innen das Nutzungsrecht an ihren Werken

unter eine freie Lizenz oder abgelaufene Schutzfristen führen zu gemeinfreien Inhalten. Anbieter von Open Content sind u.a. Wikipedia und das Project Gutenberg.

Open Data

Werden Daten zur Verfügung gestellt, die von jedem verwendet und verbreitet werden dürfen, nennt man diese Open Data. Open-Data-Projekte

findet man beispielweise beim Deutscher Wetterdienst, OpenStreetMap, der Deutschen Bahn und sogar beim CERN und der NASA.

Immer noch unsicher?

Dann lassen Sie uns von einem der erfolgreichsten Open-Source-Projekte der Welt erzählen. Wir haben es bereits erwähnt: Auch die NASA setzt Open-Source-Software ein. Wussten Sie , dass die staatliche

Investitionen in Open-Source das Land auf den Mond und den Mars gebracht hat? Was ist der bessere Beweis dafür, dass Open-Source-Projekte erfolgreich abheben können?


Quellen:

Microsoft | Quelle: https://pulse.microsoft.com/nl-nl/transform-nl-nl/na/fa1-microsoft-loves-open-source/ (Heruntergeladen am 31.3.2021) | Foto: Photo by Bram Van Oost on Unsplash

Apple | Quelle: https://developer.apple.com/opensource/ (Heruntergeladen am 31.3.2021) | Foto: Photo by Arnel Hasanovic on Unsplash

Zalando | Quelle: https://opensource.zalando.com/ (Heruntergeladen am 06.04.2021) | Foto: Photo by Claudio Schwarz | @purzlbaum on Unsplash

Spotify | https://spotify.github.io/ (Heruntergeladen am 06.04.2021)| Foto: Photo by Cezar Sampaio on Unsplash

Tesla | Quelle: https://www.tesla.com/de_DE/blog/all-our-patent-are-belong-you (Heruntergeladen am 06.04.2021) | Foto: Photo by Vlad Tchompalov on Unsplash